Badetipps

  

Was ist beim Baden eines Babys zu bedenken?

 

Neugeborene und kleinere Babys werden kaum schmutzig. Sie schwitzen nur bei heißem Wetter, oder wenn sie zu warm angezogen sind. Bei Babys mit Reflux (vermehrtes Spucken nach den Mahlzeiten) können sich öfter Milchreste in den Halsfalten verstecken. Bei älteren Babys, die krabbeln und schon selber versuchen zu essen, ist eine erhöhte Achtsamkeit, was die Sauberkeit der Hände, Mundregion und Halsfalten betrifft, angezeigt. Für jedes Baby ergeben sich daher individuell unterschiedliche Bedürfnisse, was das Baden und die Sauberkeit angeht.

 

Neugeborene haben eine zarte Haut, die dünner und durchlässiger ist als die von Erwachsenen. Sie sollte daher vor unnötigen chemischen Stoffen in Wasch- oder Pflegeprodukten ferngehalten werden. Vom ersten Tag an bildet die Babyhaut selbst einen schützenden Säuremantel aus Fett, Schweiß und nützlichen Keimen, die der gesunden Haut dienen. Diese Schicht wirkt wie ein Schutzschild vor Krankheits- erregern und schädlichen Keimen. Sie hält das Baby also gesund und es ist nicht ratsam, diesen Säureschutzmantel ständig wieder abzuwaschen und durch künstliche Öle oder Cremes zu ersetzen. Die Haut eines Erwachsenen kann den Säureschutz- mantel nach dem Waschen schnell wieder aufbauen, die Babyhaut braucht dazu jedoch erheblich länger.

 

Tägliches Baden ist also nicht notwendig oder ratsam, ein bis drei Mal pro Woche genügen. An den badefreien Tagen sollten dann morgens und abends vor dem Schlafengehen das Gesicht, die Hände und die Hautfalten (am Hals und unter den Achseln) mit einem Waschlappen gereinigt werden. Den Po beim Wickeln nach Bedarf mit einem feuchten Waschlappen reinigen und danach trocken tupfen.

 

 

Tipps zum Babybad:

Badezusätze und Shampoos sind nicht erforderlich und trocknen die Haut oft unnötig aus. Für die Haarwäsche reicht auch warmes Wasser. Babyseifen mit rückfettenden Bestandteilen sind eher für die Haut geeignet als andere Badezusätze. Bei täglichem Baden können dem Badewasser natürliche Öle tropfenweise beigefügt werden.

 

Als Badegelegenheit eignen sich eine Babybadewanne, eine Kunststoffwanne in geeigneter Größe, Badeeimer oder in den ersten Wochen auch das Waschbecken.

 

Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 34 ºC und 37 ºC besitzen und dem Baby bis zu den Schultern reichen, damit es nicht friert. Der Wickelplatz sollte angenehm warm sein, damit sich das nasse Kind nach dem Baden beim Abtrocknen nicht erkältet.

 

Richte Dir alles praktisch und in einer rückenschonenden Höhe her. Alle Dinge, die Du für das Bad, zum Wickeln und zum Anziehen brauchst, sollten griffbereit sein.

 

Beim Baden das Baby sicher in den Arm nehmen. Dafür am besten unter dem Rücken durchgreifen und mit einer Hand am gegenüberliegenden Ärmchen festhalten. Das Köpfchen kann in dieser Position gut auf dem Unterarm liegen und Du hast die zweite Hand frei zum Waschen.

 

Die Badedauer sollte 5 bis maximal 10 Minuten nicht überschreiten. Bei täglichem Bad kürzer, um die Haut nicht unnötig auszutrocknen.

 

Die beste Badezeit richtet sich nach dem Baby und dem Tagesablauf in der Familie: Direkt nach den Mahlzeiten oder vor dem Spazieren gehen sollte das Baden vermieden werden. Für Babys, die das Baden müde macht, eignet sich der frühe Abend am besten, mitunter lassen sich sogar abendliche Unruhe und Schreien durch die Entspannung im Wasser vermeiden. Für die Babys, die das Baden munter macht, ist der Morgen besser zum Baden geeignet. Auch Babys, die großen Hunger nach dem Baden bekommen und denen der volle Bauch in der Nacht dann Koliken verursacht, badet man besser morgens.

 

Wenn ein Baby das Baden nicht mag, ist es wichtig, viel Geduld zu haben und stressfreiere alternative Lösungen auszuprobieren. Eine Ganzkörperwaschung mit dem Waschlappen auf dem Wickeltisch oder ein gemeinsames Bad mit dem Baby in der großen Wanne kann helfen, dass das Baby sich ans Baden gewöhnt.

 

Die gesunde Babyhaut braucht normalerweise keine Pflegeprodukte von außen. Daher sollte nur nach dem großen Geschäft auf Gesäß und den Genitalbereich eine Wundschutzcreme sparsam aufgetragen werden. Wenn die Haut Deines Babys sehr trocken ist, kannst Du es mit einigen Tropfen eines natürlichen Öls massieren. Lotionen enthalten sehr viel Zusatzstoffe und sind daher ungünstig. Auch auf Puder sollte verzichtet werden, da er die Poren verstopft und so zu Reizungen führen kann.

 

Da die Haut ein großes Sinnesorgan ist und vor allem Neugeborene ihre Umwelt sehr stark über diesen Sinn erfahren, fördern Berührungen die Entwicklung des Babys. Streicheln und Zärtlichkeiten tragen sowohl zur körperlichen als auch zur intellektuellen Entwicklung des Babys bei. Neugeborene können den Unterschied zwischen Alltagsroutine und liebevoller Zuwendung spüren. Daher ist es ratsam, sich immer ein bisschen Zeit für Streicheleinheiten zu nehmen.

 

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